Foto: Maren Pussak / Das Bergische

Remscheid - Seestadt auf dem Berge

Remscheid ist die kleinste Stadt der Bergischen Drei, aber die höchstgelegene: 378,86 Meter über dem Meeresspiegel liegt der höchste Punkt der Stadt. Steile Berge und tiefe Täler, dichte Wälder und unzählige Bäche prägen das Aussehen der Stadt, die seit dem 12. Jahrhundert aus Kirche, Fronhof und verstreut liegenden Hofschaften nach und nach zu einer Einheit zusammenwuchs. Heute leben in Remscheid und ihren Stadtteilen Lennep und Lüttringhausen rund 120.000 Menschen.

Die Schätze der bergischen Natur - Holz, Eisenerz und Wasserkraft - schufen schon im Mittelalter die Grundlage für eine beispielhafte industrielle Entwicklung: Das Eisengewerbe blühte. Seit dem 15. Jahrhundert nutzte man die Wasserkraft bei der Herstellung von Sicheln und Sensen, Sägen, Feilen und Winden. Um 1790 gab es mehr als 30 spezielle Herstellergruppen, die 4000 verschiedene Erzeugnisse fertigten.

Das 19. und das 20. Jahrhundert wurden zur Ära bedeutender Fabriken. Die Gebrüder Mannesmann fertigten hier das erste nahtlose Rohr, bei Vaillant wurden die weltberühmten Heißwassergeräte produziert. Remscheider Ingenieure entwickelten die Scharniere, Schlösser und Sitze für die Automobilindustrie, und bis heute ist Remscheid bekannt als mittelstandsgeprägter Standort für Werkzeugentwicklung und -fabrikation, für Maschinenbau und Stahlverformung.

Dem Handel mit Ländern in Übersee verdankt Remscheid den Namen "Seestadt auf dem Berge".

Lennep und Lüttringhausen

Bergische Häuser, gemütliche Gassen und idyllische Plätze - das bietet Lennep, Remscheids ältester Stadtteil. Er gehört heute zu den ausgezeichneten historischen Stadt- und Ortskernen in Nordrhein-Westfalen. An der Fernhandelsstraße von Köln nach Lübeck gelegen, entwickelte sich Lennep im Mittelalter zur blühenden Handelsstadt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts entstand eine leistungsfähige Tuchindustrie, die das Leben der Stadt bis ins ausgehende 20. Jahrhundert maßgeblich prägte. Berühmter Sohn der Stadt ist Wilhelm Conrad Röntgen, der 1845 als Sohn eines Tuchhändlers in Lennep geboren wurde.

Kleiner, aber mit viel Charme zeigt sich auch der Stadtteil Lüttringhausen. Typisch bergische Fachwerkhäuser gruppieren sich um die Stadtkirche und erinnern an die Blütezeit des Bandwirkergewerbes im "Dorp".

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